Sehr geehrte gnädige Frau Omberlune,

ich bin ebenso aufgeregt, wie ängstlich, wie hoffnungsvoll, Ihnen zu schreiben. Darum bitte ich Sie, mir großzügig zu verzeihen, sollte ich einen Fehler in der Form oder der Étiquette begehen.

Bis vor Kurzem wusste ich nicht, dass die Société existiert, ich hätte nicht gewagt zu träumen, dass es eine Gemeinschaft unserer Art gibt oder auch nur geben kann. Ich bin hin- und hergerissen zwischen der unglaublichen Freude, die die Möglichkeit des Austausches und der Zusammenarbeit uns bietet, und der Möglichkeit, dass alles nur eine Finte, ein böser Traum ist. Bitte denken Sie nicht schlecht von mir, ob meiner Skepsis, die ich noch nicht abzulegen vermag. Zu lange schon bin ich allein auf der so langen Reise, die Unseresgleichen angetreten haben.

Aber ich möchte glauben, dass ich endlich ein Licht in der immerwährenden Dunkelheit erblickt habe. Möge dieses Licht mich aus der Einsamkeit der ewigen Nacht führen. Auch wenn der Preis dafür wahrhaft grausam war, habe ich nach vielen rastlosen Nächten entschieden, dass er nicht so hoch ist, wie die vergebene Chance, Sie kennenzulernen. Unwissend, ob es sich schickt, über den Preis der Société zu sprechen oder nicht, lassen Sie mich nur soviel schreiben, dass ich nicht sicher bin, ob meine Seele, sollte ich noch im Besitz einer solchen sein, mit Sicherheit größten Schaden erlitten hat, als ich ihn zahlte.

Doch genug der dunklen Gedanken und Worte. Lassen Sie uns diese Chance ergreifen! Ich möchte so viel erfahren: Wie lange existiert die Société? Wie viele von uns gibt es? Verfolgen wir die gleichen Ziele? Und welche sind es? Warum dieser schreckliche Preis für die Aufnahme?

Bitte schreiben Sie, sobald es Ihnen möglich ist, bevor die schwere Dunkelheit der einsamen Nacht mich erneut umfängt. Sind auch Sie ein neues Mitglied? Welche Frage, welche Sehnsucht brachte Sie dazu, beizutreten?

Ich verbleibe in der Hoffnung, dass mein Brief Sie schnell erreicht und ihr Wohlgefallen findet. Bitte antworten Sie schnell, denn in mir nagt die Furcht, dass die Société mich bald wieder kontaktieren wird. Worauf habe ich mich eingelassen?

Ihrer Wohlgeboren ergebenster Freund und Diener,

Walter