Elegy Nacht 6
Erlaubnis
Mechanics
Awaken: -1 blood
Endure Hunger: 4,6 against 7 → Strong hit: +1 focus
Rest: 3,10 against 7 → weak hit: +1 health
Im Haus des Sirs zu schlafen ist wie immer angenehm. Ich wache erstaunlich ausgeruht auf, mit mir und meiner Natur im Einklang.
Die Haushälterin lässt mich wissen, dass der Sir sich im Salon befindet. Ich ziehe mich an und betrete den im Stil des frühen 20. Jahrhunderts eingerichteten Salon. Plüsch as Plüsch can.
„Mane bonus amicus meus!“, der Sir winkt mich erfreut herein, was bei einem wandelnden Leichnam echt gruselig wirken kann.
„Salve mi domine“, gebe ich etwas vorsichtiger zurück.
„Dic mihi de Susan.“
Ich hebe eine Augenbraue.
„Dass du bis heute nicht gelernt hast, eine Augenbraue zu heben erstaunt mich immer wieder. Ich dachte, du hättest bei diesem Clown Unterricht genommen?“ Der Sir wechselt ohne zu Zögern in die Sprache dieser Zeit.
Ich stutze kurz. „Marcel hat sich sehr viel Mühe gegeben, mich nicht zu verwirren. Allerdings ist es im nicht gelungen.“
„Clown …“, schiebe ich verächtlich, aber sehr leise, nach.
„Wie auch immer. Hast du nicht gelernt, dass man sich nicht in Sterbliche verguckt?“
„Jedenfalls hat sie gelernt, dass man sich nicht in Vampire verguckt.“
„Love comforteth like sunshine after rain.“
„Humor, so früh am Abend?“
„Man tut, was man kann.“ Der Sir sieht mich an, wie ein Lehrer, der eine Antwort erwartet.
„Sie hat unter Patrick und unter diesem Immobilienhai gelitten. Sie bewertet das Leben, das aktive Leben, höher als Sicherheit und Konformität. Sie möchte das Richtige tun, was auch immer das heute ist. Ihre Arbeit als Forensikerin bei der Polizei könnte uns die ein oder andere Atempause verschaffen. Ich denke, sie wird mir dankbar sein. Das wird aber nicht reichen, um sie zu überzeugen, mit uns zu kooperieren. Ich möchte sie gerne als Begünstigte führen lassen.“
„Vertraust du ihr?“
Ich überlege eine Minute, oder zwei. Wortwörtlich. „Ja“, antworte ich schließlich.
„Das ist sehr selten für einen Assassinen. Und noch seltener grundlos.“
Mechanics
Compel: 8,5 against 5 → miss. Burn focus → strong hit: +1 focus.
„Ich werde die Berater anweisen, sich um Susan zu kümmern.“
„Danke.“
„Quinn ist schon wach und grübelt in der Bibliothek. Ihr solltet euch absprechen.“
Ich mache mich auf in die Bibliothek.
Planung
„Guten Abend!“
„Hi!“
Quinn sitzt gedankenverloren am Tisch, vor ihm ein Block mit mehreren umgeblätterten Seiten, ein Stift liegt auf der obersten, halb voll gemalten Seite.
„Du siehst nicht glücklich aus.“
„Bin ich auch nicht. Wir haben zu viele lose Enden. Jazmin, die Berater, Susan“, er guckt mich an.
„Ich denke nicht, dass Susan uns hintergangen hat, jedenfalls nicht wissentlich. Ich werde nachher zu ihr gehen, und mit ihr reden. Der Sir ist damit einverstanden, sie zu begünstigen.“
Quinn hebt die Augenbrauen. „Das ist interessant. Versuch herauszufinden, ob es einen Hinweis auf Beziehungen zwischen Patrick und den Immobilienhaien gibt. Und was Susan davon hatte.“
Mechanics
Test Relationship: 4,9 against 5 → weak hit: +1 focus.
Endure Stress: 5,8 against 5 → miss: -1 focus, -1 spirit
„Ich dachte, das wäre klar. Geld. Sie führt gerne ein Leben, für das ihr Geld nicht reicht“, erkläre ich aufbrausend.
„Frieden, Sly. Fühle ihr nur auf den Zahn und verscheuche sie nicht.“
Ich versuche einen Moment mich zu sammeln. „Bitte Entschuldige. Ich habe mich noch nicht wieder an das Leben in der Zivilisation gewöhnt. Und ich würde Susan gerne wieder näher kommen.“
„Tu das. Ich werde mir nochmal Patricks Wohnung und die Umgebung ansehen. Treffen wir uns später und besuchen die Berater?“
Ich kann ein Friedensangebot erkennen, wenn es auf dem Silbertablett serviert wird und beginne zu grinsen. „Natürlich.“
Susans Wohnung
Auf dem Weg mit der Bahn fühle ich mich seltsam gut. Die Gespräche mit dem Sir und vor allem mit Quinn waren nicht leicht, aber ich habe seit langem zum ersten Mal das Gefühl, dass sich meine Mitvampire wirklich um mich sorgen und kümmern.
Mechanics
Respite 2,2 against 5 → strong hit, match: +2 spirit. Ora: Help Haunting
Dieses Gefühl war mir während der letzten einsamen Jahrzehnte vollkommen abhandengekommen. Mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht und in vollkommenem Frieden mit mir und der Welt verpasse ich fast die Haltestelle. Mit einem Sprung, der nur etwas schneller als der eines lebenden ist, steige ich im letzten Moment aus.
Auf Susans Etage sind Kinder unterwegs, die als alle möglichen Schreckgespenste verkleidet sind. Es scheint Samhain zu sein, etwas das hier zu einem furchtbaren kommerziellen Brauch verkommen ist. Egal, ich habe selten gute Laune und Susans Nachbar erklärt den kleinen Kindern gerade, dass es bei ihm nichts zu holen gibt. Meine Fröhlichkeit versteckend baue ich mich hinter den Kindern auf und gucke dem Spielverderber direkt ins Gesicht, so wie ich wirklich aussehe. Bleiches, hageres Gesicht, fahle ausdruckslose, tote Augen, lange, wirklich spitze Eckzähne und sage: „Du hast bestimmt etwas Schokolade da.“ Der Typ blinzelt kurz erschrocken, fängt sich aber erstaunlich schnell und setzt an, etwas zu sagen. Ich führe meinen Daumen zum rechten Reißzahn, der völlig ohne Widerstand die Haut durchstößt und sehe einen Moment verträumt auf das hervorquellende Blut. Dann sehe ich den Typen direkt an und bemühe meine beste emotionslose Psychopathenstimme: „Etwas Schokolade?“.
Er ruft: „Ich habe bestimmt etwas für euch, kleinen Moment“, während er, wirklich eilig, in der Wohnung verschwindet. Schranktüren klappern und Cellophantüten werden aufgerissen. Er scheint mir hinreichend motiviert. Kichernd verlasse ich die lachenden Kinder und gehe auf Susans Wohnungstür zu. Ich klingele.
Die Stimmen, die ich eben noch aus ihrer Wohnung hörte, verstummen. Sie fragt laut: „Wer ist da?“, ihre Stimme klingt nervös. Ich Antworte: „Ich bin’s.“ NIcht mein bester Auftritt.
Das Schloss wird geöffnet, dann beginnt sich die Tür zu öffnen. Susan blickt durch den Spalt. Sie ist blass.
„Jetzt ist kein guter Augenblick“, lässt sie mich wissen.
„Ist es das jemals?“, frage ich, stoße die Tür mit der linken Hand so stark auf, dass Susan erschrocken zurückweicht, und betrete die Wohnung.
Im Wohnzimmer steht niemand anderes als Patrick, Ich lächele gewinnend, ziehe meine Messer und stürze mich so schnell auf ihn, dass er einen Augenblick lang nur verwundert guckt.
Mechanics
Face Danger 4,6 against 6 → weak hit.
Die Überraschung war fast perfekt. Meine Messer bohren sich in Patricks Brust. Das linke stoppt einen halben Zentimeter vor seinem Herzen, das rechte perforiert seine Lunge. Nicht, dass er sich wirklich bräuchte. In diesem Moment schreit Susan auf: „Was tust du?“
„Susan, darf ich vorstellen? Patrick. Ein Vampir, der für den Tod meiner Freunde und deine Erpressung verantwortlich ist.“
„Glaub ihm kein Wort!“, grunzt Patrick, bevor ich das Messer in meiner rechten Hand drehe. Plötzlich verstummt er.
Mechanics
Test relationship: 5 against 3, 6 → weak hit. Mark progress, Susan demands an explanation
„Was hat das zu bedeuten, Sly?“
„Patrick, hast du eigentlich vor, die eine neue Wohnung zu kaufen?“ Er schaut mich verständnislos an. „Nun, du musst dir wohl neue Maler suchen“, sage ich grinsend. Patricks Augen werden groß, was wiederum Susan nicht entgeht.
„Patrick, …“, Susans Gesicht verändert sich von überrascht zu angewidert. „Was soll ich tun, Sly?“, ich bewundere, wie schnell sie sich auf die neue Situation einlässt.
„Mein Handy ist in meiner rechten vorderen Tasche“, erkläre ich. „Ruf den Poolreiniger“ an und bitte ihn, bei dir sauberzumachen. Susans Hand fährt tief in meine Tasche, und greift nach dem Handy. Jetzt werden meine Augen kurz groß.
„Hallo? Hier ist Susan XXX. Mein Swimmingpool ist völlig verdreckt und muss ganz dringend gereinigt werden.“
Einfach so! Ich liebe diese Frau.
„Ja genau. Danke, dass es so spontan geht.“
Susan legt auf. „Und jetzt?“, fragt sie.
„Warten wir.“
Keine fünfzehn Minuten später stehen Quinn und drei muskelbepackte Vampire in der Wohnung und nehmen Patrick mit. Quinn schaut mich an und hebt eine Augenbraue, nur einen halben Millimeter weit. Ich schüttele unmerklich den Kopf und er verlässt die Wohnung zusammen mit den Muskelpaketen und Patrick. Und meinen Messern, die immer noch in Patrick stecken. Mist.
Susan setzt sich auf die Couch. „Du bist mir eine Erklärung schuldig. Eine lange Erklärung. Eine gute Erklärung.“
Ich gucke zur Wohnungstür, die sich gerade schließt. Ich gucke zu Susan, die eine Augenbraue hebt. Verdammt, ist das eine Verschwörung? Egal, ich setze mich neben sie auf die Couch und fange zu erklären an.
Eine Stunde später fragt Susan: „So, Patricks Familie will deine auslöschen?“
„Vielleicht. Im Moment wissen wir noch nichteinmal, zu welcher Linie Patrick gehört. Vielleicht ist er auch nur ein Handlanger. Hat er jemals etwas über seine Familie erzählt?“
„Nicht, dass ich mich an etwas Konkretes erinnern könnte. Ich hatte immer das Gefühl, dass er seine Familie nicht sonderlich mag. Er schnaubte oft verächtlich, wenn sich ein Gespräch um Familie und so drehte. Ich wünschte, ich könnte dir mehr helfen. Wirklich.“
„Wenn du das wirklich willst, wirst du es können. Wir verlangen es aber nicht.“
„Ich werde euch helfen! Erwarte jetzt bloß nicht, dass ich auf irgendeinen Papyrus blute.“ Sie sieht mich verschmitzt an.
Mechanics
Form a Bond: 8 against 7, 1 → strong hit. +2 experience
„Danke“, sage ich aufrichtig. „Und jetzt muss ich weiter.“
Susan steht auf und bringt mich zur Tür. Bevor sie sie öffnet, dreht sie sich zu mir um und umarmt mich. „Kommst du heute Nacht noch vorbei?“
„Ich würde gerne. Aber die Nacht ist kurz und ich muss noch einiges erledigen.“ Sie drückt mich fester. „Sehen wir uns am Freitag im Gargoyle?“
„Ja. Gerne.“
Sie lässt mich los und ich mache mich auf den Weg zu den Beratern.
Beratene Berater
Hal: 5
Hallo: 3/10
Update: 2024-11-29.